Die Zeit nach 1920
Als Ende 1920 / Anfang 1921 in Westdeutschland das von den an der Deutschen Sportschule in Berlin tätigen Turn- und Sportlehrern Heiser und Schelenz erdachte Handballspiel bekannt wurde, übernahm der Turnverein dieses Spiel, um auf diese Weise einen Ausgleich für die verlorengegangene Fußballabteilung zu schaffen. Der Verein kann sich somit zu den Pionieren dieser Sportart zählen.
Im Jahre 1925 konnte der Turnverein sein 60-jähriges Jubiläum feiern. Zu den Vorbereitungen dieses Vereinsjubläums gehörte die rechtzeitige Fertigstellung des Sportplatzes an der Loh durch die Eigenarbeit der Mitglieder. Die März-Versammlung beschloß die Einführung eines Vereinsabzeichens, das von den Turnbrüdern Emil Benninghoven und Jakob Zimmermann entworfen wurde. Das Abzeichen trägt im oberen Teil auf weißem Grund in Gold die Buchstaben T.V.R. 1865, im unteren Teil die Farben grün und weiß, längstgestreift. Die Leichtathleten tragen grüne Hosen und weißes Hemd mit Vereinsabzeichen.
Gemeinsam mit den Vereinen des 1., 5. und 6. Bezirks wurde im Juli 1925 das Jubiläum gefeiert. An den Wettkämpfen, die auf dem neuen Sportplatz an der Loh stattfanden, beteiligten sich mehrere hundert Turner, Turnerinnen und Jugendliche. Ein großer Festzug zog durch die Straßen der Stadt. Dem Senior des Vereins, Gustav Esser, wurde in Würdigung seiner Verdienste um den Verein die goldene Vereinsnadel verliehen; außerdem wurde er gleichzeitig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Bei den Feierlichkeiten anläßlich des 650-jährigen Stadtjubiläums war der Turnverein gut vertreten.
Im Jahre 1927 wurde auf dem Sportplatz ab der Loh ein Vereinsheim errichtet. Die Jahreshauptversammlung 1927 beschloß den Ausbau der Sportplatzanlage. In einer Jahn-Gedächtnisfeier am 26. August 1928 wurde die erweiterte Sportplatzanlage und der als Jugendheim und Umkleideraum eingerichtete Holzbau der Bestimmung übergeben. Das Turn- und Sportzentrum des Vereins erhielt den Namen "Jahn-Anlage".