Die 50er Jahre

Zum ersten herausragenden Ereignis nach dem Kriege wurde die Feier des 85-jährigen Bestehens im Jahre 1950. Verbunden mit dieser Feier war die Ausrichtung und Durchführung des Kreisturnfestes des Turnkreises Düsseldorf. Höhepunkt des 85. Stiftungsfestes, welches im Saale der Gaststätte "Zum Hirsch" gefeiert wurde, war die Weihe der neuen Vereinsfahne durch den 1. Vorsitzenden des Rheinischen Turnerbundes und des Leiters der Deutschen Sporthochschule Köln, Prof. Dr. Carl Diem.

Das Jahr 1950 brachte aber nicht nur Erfreuliches. Das Gelände An der Loh bis zum Schützenplatz und zur Kreuzstraße wurde zum Wohngebiet erklärt. Damit ging dem Verein die mit erheblichen Geldmitteln in Eigenarbeit geschaffene Sportplatzanlage verloren. Unter dem Verlust der Sportplatzanlage an der Loh hatte besonders die Handballmannschaft zu leiden. Nicht immer war es möglich, die Heimspiele als Gast auf einem anderen Ratinger Sportplatz auszutragen. So mußte denn auch die 1. Mannschaft den Abstieg in die 1. Kreisklasse hinnehmen. 1954 konnte der Verein seine Breitenarbeit durch die Überlassung des Ratinger Stadions weiter ausbauen. Die Benutzung war möglich, wenn nicht plötzlich britische Offiziere oder Soldaten erschienen.

Im März 1955 gab der Vorstand eine Vereinszeitung heraus. Die Zustellung war mit der Beitragskassierung gekoppelt. Die Vereinszeitung wird heute unter dem Namen "TV-INFO" vierteljährlich den Mitglieder zugestellt und berichtet über die Aktivitäten des Vereins.

Das Jahr 1955 brachte im Rahmen des 90-jährigen Vereinsjubiläums eine Fülle von Veranstaltungen. So wurde ein Handball-Blitzturnier durchgeführt. Aus dem Endspiel zwischen dem TV Angermund und dem TV Ratingen am 26. Juni 1955 ging der TV Angermund mit 8 : 4 Toren als Sieger hervor. Bei herrlichem Wetter folgte am 3. Juli 1955 ein Schau- und Werbeturnen im Ratinger Stadion. Die Turn-, Leichtathletik-, Handball- und Tischtennisabteilung bekundeten durch ihr Auftreten die Vielseitigkeit des Vereins. Höhepunkt des Jubiläums war die Morgenfeier "Lichtvolle Lebenskunst" am Sonntag, dem 17. Juli 1955, im Metropol-Theater. Der Festredner Karl Gerhards aus Haan, stellvertretender Vorsitzender des DTB, beglückwünschte den Verein im Namen des Deutschen Turnerbundes und des ersten Vorsitzenden zu seinem 90-jährigen Bestehen. Das Jubiläum fand seinen feierlichen Abschluß mit dem JubiläumsStiftungsfest am 3. September 1955 im Saal der Gaststätte "Zum Hirsch".

Die Zahl der jugendlichen Mitglieder nahm ständig zu. Turnhallen und Übungsplätze standen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Außerdem fehlten Übungsleiter und Helfer. Daher entschloß man sich im Jahre 1956 zu einer allgemeinen Aufnahmesperre.

In der Jahreshauptversammlung am 26. Januar 1958 wurden insbesonders die Fragen des Turnhallenbaues behandelt und es wurde im Hinblick auf die durch den Turnhallenneubau veränderte Vermögenslage ein Ausschuß gewählt, der die Vereinssatzung überarbeiten sollte.

Höhepunkt des Jahres 1959 war die Einweihung des Turnerheimes des TV Ratingen 1865 e.V. am 29. August 1959. Dabei sollte die tatkräftige Hilfe der Mitglieder beim Bau der Turnhalle nicht unerwähnt bleiben. In der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Turnverein Ratingen 1865 e.V. wurde das Werk zu recht als Meilenstein in der Geschichte des Vereins gewürdigt. Die Jahreshauptversammlung beschloß am 20. Februar 1972, zu Ehren des langjährigen 1. Vorsitzenden, Hans Danscher, die vereinseigene Turnhalle in "Hans-Danscher-Halle" umzubenennen.


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