Die 60er Jahre
In der außerordentlichen Hauptversammlung am 11. Juli 1964 konnte Frau Brigitte Muhl als 1.000 Mitglied vorgestellt werden. In dieser Versammlung wurde über den Stand der Vorbereitungen für die 100-Jahrfeier im Jahre 1965 berichtet.
Der 1. Vorsitzende des technischen Ausschusses Paul Schopshoff und Bruno Wassenberg als Leiter des Festausschusses gaben in der Jahreshauptversammlung am 30. Januar 1965 den vorläufigen Festplan bekannt.
Ein Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltungen war der Festakt am 11. Juli 1965 im Großen Saal des Evangelischen Gemeindehauses an der Angerstraße. Der 1. Vorsitzende des Turnverein Ratingen konnte am Sonntagvormittag eine stattliche Zahl von prominenten Gästen begrüßen. Er hieß als Ehrengäste u.a. Staatssekretär Tillmann als Vertreter des verhinderten Schirmherrn, Ministerpräsident Dr. Franz Meyers, den Protektor Dr. Wolfgang Pohle, Landrat Dr. Nordsiek, Bürgermeister Kraft, Generalmajor Pape, Oberkreisdirektor Nothnick und Stadtdirektor Kortendick, den Vorsitzenden des Rheinischen Turnerbundes, Hans Momm, die Pfarrer Rath und Jung als Vertreter der Kirchengemeinden sowie zahlreiche Abordnungen Ratinger Vereine und Organisationen willkommen.
Bereits am Abend zuvor vermittelten die einzelnen Abteilungen des Turnvereins in einer Werbeschau einen Querschnitt des Übungsprogramms. Köbes Zimmermann von der St. Sebastianus-Bruderschaft und die Nevigeser Blaskapelle sorgten durch zündende Weisen für eine Auflockerung des Programms. Es würde zu weit führen, alle Veranstaltungen aus Anlaß der 100-Jahrfeier zu erwähnen; das große Schauturnen dürfte dabei aber einen besonderen Rang eingenommen haben. Ein glänzender Abschluß des TV-Jubiläums war das 100. Stiftungsfest im "Haus Anna" in Lintorf am Samstag, dem 24. Juli 1965.
"Der offizielle Teil nahm einen breiten Raum an diesem Abend für sich in Anspruch. Die Tanzlustigen mußten sich einige Zeit gedulden, ehe zu den Klängen einer Tanzkapelle das Parkett freigegeben wurde. Man amüsierte sich an den Darbietungen auf der Bühne und es wurde noch eine lange Turnernacht." So schloß der Bericht in der Rheinischen Post vom 26. Juli 1965.
In der Rheinischen Post vom 4. September 1965 erschien ein Artikel mit der Überschrift "Die Stadt dankte dem TV 1865", in dem es u.a. heißt:
"Als man als letzten Höhepunkt im Lintorfer "Haus Anna" das Stiftungsfest feierte, da fehlte, was allgemein verwundert zur Kenntnis genommen wurde, die Stadt Ratingen unter den Gratulanten. 1ch muß mich für mein damaliges Fernbleiben entschuldigen, es war ein bedauerliches Versehen meinerseits", erklärte Bürgermeister Kraft am Donnerstagabend im Rathaus. Kraft hatte den geschäftsführenden Vorstand ins Bürgermeisterzimmer gebeten, um dem Verein den offiziellen Dank der Stadt für dessen hervorragende Veranstaltungen abzustatten."
Auf der Jahreshauptversammlung am 6. Februar 1966 trat Hans Danscher aus gesundheitlichen Gründen von seinem Posten als 1. Vorsitzender zurück. In der Niederschrift über diese Versammlung wurde festgehalten:
"Ein ganz besonderer Dank der Versammlung galt dem aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt scheidenden 1. Vorsitzenden Hans Danscher.
Hans Danscher wurde auf spontanen Antrag aus der Versammlung in Würdigung seiner hohen Verdienste nach 20jähriger Tätigkeit als 1. Vereinsvorsitzender zum "Ehrenvorsitzenden" ernannt."
Neuer 1. Vorsitzender des inzwischen 1.350 Mitglieder zählenden Turnverein Ratingen 1865 e.V. wurde der bisherige Kassenwart Hans Oster.
Gäste beim 101. Stiftungsfest am 21. Oktober 1967 waren u.a. 16 Sportler aus der französischen Partnerstadt Maubeuge. Am Sonntagmorgen sah ein begeistertes Publikum einen sehr schönen und ausgereiften Judokampf. Die Seniorenmannschaft der Ratinger Mannschaft hatte sich durch einige Kämpfer des Post SV Düsseldorf verstärkt und gewann den Wettkamp mit 12 : 4 Punkten. Die Junioren des Turnverein Ratingen 1865 e.V., die ausnahmslos aus Ratingern bestanden, waren mit 7 : 3 Punkten erfolgreich.
In der Jahreshauptversammlung am 19. Januar 1969 gab der 1. Vorsitzende, Hans Oster, bekannt, daß er sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegt. Da die Neuwahl eines ersten Vorsitzenden turnusmäßig erst im nächsten Jahr erfolgen sollte, beschloß die Jahreshauptversammlung, daß der bisherige zweite Vorsitzende, Hans Mackenthun, das Amt des ersten Vorsitzenden bis zur nächsten turnusmäßigen Wahl kommissarisch übernehmen soll.