Die 80er Jahre
Als Nachfolger von Karl Schmidt wurde in der Jahreshauptversammlung am 11. März 1980 der ehemalige Beisitzer im erweiterten Vorstand, Horst Becker, gewählt. Nachdem ein junger, dynamischer Vorstand die Geschäftsführung übernommen hatte, kam es Anfang der 80iger Jahre zu Turbulenzen. Als wieder Ruhe eingekehrt war, konnte der Verein seine Arbeit im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich kontinuierlich fortführen.
Im Jubiläumsjahr 1990 können der 1. Vorsitzende Horst Becker und der 2. Vorsitzende Gerd Thau auf eine 10-jährige Tätigkeit im geschäftsführenden Vorstand zurückblicken.
Der Verein sah seine Zielsetzung nicht im Erreichen von Spitzenleistungen einzelner Sportler, vielmehr legte er Wert auf eine breit gefächerte Angebotspalette für die Jugend und für den Breitensport.
Leistungssport in den einzelnen Abteilungen zu betreiben, stellt für jeden Verein einen erheblichen Kostenfaktor dar. Aus diesem Grunde war der finanzielle Aufwand für die leistungsstarke Kunstturnerinnen-Riege des Turnverein Ratingen, für die drei internationale Kunstturn-Vergleichskämpfe in Ratingen durchgeführt wurden, nicht mehr vertretbar. Die Auflösung dieser Riege zum Ende des Jahres 1982 ließ sich daher nicht verhindern.
Wie bereits erwähnt, zählten die Stiftungsfeste zu den gesellschaftlichen Aktivitäten des Turnverein Ratingen. Die Stiftungsfeste enden mit dem "Großen Frühjahrsball" am 23. April 1977.
Die Tradition, jährlich wieder ein großes Vereinsfest zu feiern, wurde im Jahre 1983 fortgeführt. Mit seinem 1. TV-Ball am 3. September 1983 wagte sich der Turnverein Ratingen wieder auf das gesellschaftliche Parkett. Trotz anfänglicher Ängste, daß nicht genügend Interesse für einen derartigen Ball vorhanden ist, wurde der Abend sowohl für den Verein, als auch für die Besucher, ein voller Erfolg. Seitdem gehört der jährliche TV-Ball zu den Glanzpunkten im Ratinger Gesellschaftsleben.
Anfang 1984 faßte der Vorstand den Beschluß, hinter der TV-Halle einen Grillplatz zu errichten. Im Frühjahr 1984 wurde die erste Grill-Fete gefeiert. Mit diesem Fest dankt der Verein seinen Übungsleitern, Trainern und ehrenamtlichen Helfern für die geleistete Arbeit. Gäste sind auch die Vertreter von Rat und Verwaltung der Stadt Ratingen und die Vorsitzenden der anderen Ratinger Sportvereine. Bei gastlicher Atmosphäre werden hier untereinander Erfahrungen ausgetauscht. Auch diese Fete hat sich zu einer festen Einrichtung entwickelt.
Anläßlich seines 120-jährigen Bestehens führte der Turnverein Ratingen vom 13. bis 21. September 1985 eine große Sportwoche durch. Das große Ereignis im Rahmen dieser Veranstaltungen war am 15. September 1985 der offizielle Jubiläums-Empfang im Stadttheater am Europaring. Als Gastredner stellte Paul Hoffmann, Sportdirektor und Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees, aktuelle sportliche Probleme dar.
Am 14. September 1985 wurde auf Initiative des Jugendwartes Gerhard Gerber erstmalig ein großes Spielfest auf dem vereinseigenen Gelände am Stadionring in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund veranstaltet. Dem großen Erfolg ist es zu verdanken, daß dieses Spielfest zu einer festen Einrichtung des Turnverein Ratingen geworden ist. Die jährlichen Spielfeste mit mehr als 1.000 jugendlichen Teilnehmern beweisen, welcher Beliebtheit sich dieses Fest erfreut.
Auch die jährliche Weihnachtsfeier für die Kinder des Turnverein Ratingen, welche erstmalig im Dezember 1985 in der Stadthalle durchgeführt wurde, gehört inzwischen zu den ständig wiederkehrenden Veranstaltungen des Vereins.
Mit einem Pilotprojekt startete der Turnverein Ratingen in das Jahr 1986. Erstmals in der Geschichte des Vereins wurde eine hauptamtliche Kraft eingestellt, zu deren Aufgabenbereich die Abteilung "Sport und Gesundheit" gehört. Im Zusammenhang mit der Gesundheitsbehörde, dem AOK-Gesundheitszentrum, den Ratinger Ärzten und unserer hauptamtlich angestellten Diplom-Sportlehrerin wird ein abgestimmtes Programm für jung und alt angeboten.
Eine große Ehrung wurde dem Turnverein Ratingen am Samstag, dem 31. Januar 1987, zuteil. Im Rittersaal der Burg Linn zu Krefeld erhielten 1. Vorsitzender Horst Becker und Schatzmeister Gerhard Gerber aus den Händen des nordrhein-westfälischen Kultusminsters, Hans Schwier, die Sportplakette des Bundespräsidenten. Diese Ehrung erhielten nur solche Vereine, die auf eine mindest hundertjährige Vereinsgeschichte zurückblicken konnten und sich in besonderem Maße um den Sport verdient gemacht haben.
Am 12. April 1988 konnte der Vorstand des Turnverein Ratingen mit Frau Ute Söntgen das 3.000 Mitglied in den Räumen der Geschäftsstelle am Stadionring willkommen heißen und ehren. Damit ist der Turnverein Ratingen der größte Verein im Kreis Mettmann.
Ein weiterer Glanzpunkt in der Vereinsgeschichte war die offizielle Eröffnung des nach modernsten Gesichtspunkten ausgestattete Fitness-Studios. Der Vorstand des Landessportbundes mit Präsident Richard Winkels und Geschäftsführer Adalbert Hoffmeier, Vertreter des Kreis- und Stadtsportbundes, Landes- und Kommunalpolitiker sowie Vertreter der Ratinger Wirtschaft waren als Gäste erschienen. Das erste Fitness-Studio in einem Verein in Nordrhein-Westfalen und Pilotprojekt für den Landessportbund wurde in der Rekordzeit von nur einem Jahr geplant, gebaut und schließlich eröffnet.